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RESTAURIERUNG VON INNUNGSLADEN

Unter Innungsladen versteht man die mehr oder weniger aufwändig gestalteten Schreine, die den Handwerksinnungen der deutschen Städte seit dem Mittelalter als zeremonieller Mittelpunkt dienten. Zugleich waren sie Aufbewahrungsbehältnis für die wichtigsten Urkunden und Akten der Innungen.
Bislang konnten etwa 45 Innungsladen unterschiedlichster Gewerke aus sieben Städten Sachsens in unserem Atelier restauriert werden. Das älteste Stück entstand etwa um 1500 und gehört dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg. Es wurde für die Leineweberinnung dieser Bergstadt geschaffen.
Der erste Auftrag zur Restaurierung einer solchen kostbaren Lade erging aus dem Freiberger Museum im Jahr 1986. Ihm folgten Aufträge aus Museen in Chemnitz, Leipzig, Zwickau, Plauen und Schneeberg.
Die Fülle der restauratorischen Problemstellungen und die intensive Beschäftigung mit dem Thema führte 2001 zu der Idee, ein Ausstellungs- und Buchprojekt zur "Innungslade" zu konzipieren. Für dieses Vorhaben konnten die Stadtmuseen in Dresden, Freiberg und Zwickau, das Vogtlandmuseum Plauen und die Sächsische Landesstelle für Museumswesen in Chemnitz gewonnen werden. Prof. Voigt konzipierte und koordinierte das Gesamtprojekt und verfasste das Begleitbuch "Ritus und Symbol - Sächsische Innungsladen aus fünf Jahrhunderten".
2002-2003 wurde die Ausstellung in vier sächsischen Städten gezeigt. In Dresden sahen rund 16 000 Besucher diese Exposition im dortigen Stadtmuseum. Das zugehörige Buch ist die erste Publikation in Deutschland, die den Schatzkästen der alten Handwerksinnungen gewidmet ist.

   


oben: Lade der Leipziger Goldschmiede, Kubamahagoni auf Eiche furniert, vergoldete Messingteile, Leipzig 1795

mittig: Lade der Leipziger Gürtler, Birnbaumholz massiv, vergoldete Messingteile, Leipzig 1800

links: Lade der Leipziger Wagner, Eiche, Birnbaum, geschwärztes Ahornholz, Nußbaum, Leipzig 1696


Alle Restaurierungsarbeiten wurden im Auftrag des
Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig ausgeführt.

   
   
       
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