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DIE SCHILDKRÖTE AUF DEM SCHRANK

Eine Ausstellung im Stadt- und Bergbaumuseum
Freiberg vom 17.9. bis zum 06.11.2005

Das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zeigt in einer ungewöhnlichen Exposition restaurierte Möbel und Holzobjekte, vor allem aber die spannenden Geschichten, die hinter den kostbaren Stücken stehen. Professor Jochen Voigt aus Chemnitz ist Gastkurator dieser Ausstellung. Er hat in zwanzigjähriger Tätigkeit als Restaurator zahlreiche Möbel untersucht, restauriert und kunsthistorisch bearbeitet. In mehreren Fachbüchern legte er seine Erkenntnisse nieder. Jetzt stellte er für unser Ausstellungsprojekt interessante Fälle zusammen, die merkwürdig oder bisweilen sogar spektakulär anmuten. Wir wollen mit der Präsentation zeigen, dass Museumsobjekte nicht nur dinglicher Natur sind und von schöner Ausstrahlung sein können, sondern dass zu ihnen immer auch eine Geschichte gehört. Erst mit Erkundung dieser Geschichte(n) beginnen die Objekte zu leben, zu sprechen und dadurch unsere Aufmerksamkeit zu wecken.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Geschichten auf die Spur zu kommen, die in den meisten Fällen im Dunkel der Jahrhunderte verborgen sind. Zur Aufklärung tragen Archivrecherchen, kunsttechnologische Untersuchungen und sogar kriminaltechnische Methoden bei. Dem Restaurator und dem Kunsthistoriker kommen dabei gleichermaßen wichtige Aufgaben zu.
Wie wurde ein Möbel konstruiert oder ein Holzobjekt geschaffen? Was verraten uns seine Gebrauchsspuren? Wer hat es entworfen, wer war der ausführende Meister? Wo und wann ist es entstanden? In wessen Besitz ist es gewesen? Welches Schicksal erlitt es im Laufe der Zeit? Aus welchen Werkstoffen wurde es gefertigt und mit welchen Techniken konnte man diese verarbeiten?
Die im Atelier Voigt restaurierten und wissenschaftlich untersuchten Objekte unserer Ausstellung – unter ihnen mehrere Kabinettschränkchen aus fürstlichen Kunstkammern – stammen aus namhaften Museen Sachsens, so zum Beispiel aus der Rüstkammer in Dresden, aus dem Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig, aus der Kunstsammlung auf Schloss Hinterglauchau, aus dem Vogtlandmuseum Plauen, aus dem Schlossbergmuseum Chemnitz und unserem eigenen Haus. Aber auch renommierte Sammlungen außerhalb des Freistaates gaben Objekte nach Freiberg, etwa das Schlossmuseum Gotha und das Museum Schloss Rheydt in Mönchengladbach. Wir freuen uns sehr, dass durch das Entgegenkommen dieser Leihgeber erlesene Beispiele historischen Kunsthandwerks nach Freiberg gelangen konnten und unseren Besuchern und Gästen nun ihre Geschichte(n) preisgeben.

Dr. Ulrich Thiel
Direktor Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg

(Text vom Ausstellungs-Flyer)



oben: Ein Kabinettschrank mit Elfenbeineinlagen, Neapel um 1610. Restauriert für das Museum Schloss Rheyd Mönchengladbach

mittig: Ein Kabinettschrank in französischer Boulle-Technik, restauriert für das
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg.

links: Ein spanischer Kabinettschrank, furniert mit Schildpatt, Ebenholz und Elfenbein. Restauriert für das
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg.

Die Naturpräperate in der Ausstellung, die den Kunstkammercharakter vieler Möbel unterstreichen sollen, sind Leihgaben aus den Naturkundemuseen Dresden, Freiberg und Chemnitz.


   
   
       
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